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Neue Schutzhütte für den "Eibenhardtpfad"
Seit drei Jahren sind Wilfried Dörbecker, Helmut Emmerich und Walter Zimmer bereits Wegpaten für den Premiumwanderweg „Eibenhardtpfad“ bei Reddehausen. Etwa 300 Stunden sind die drei eigener Auskunft nach dafür auf den knapp sieben Kilometern im Jahr unterwegs und schneiden Buschwerk zurück, damit der Weg frei ist, mähen wenn nötig und streichen die Bänke: Ein herausragendes Beispiel ehrenamtlichen Einsatzes, der gewährleistet, dass der Weg immer in Schuss ist, denn die Nachsorge und Pflege ist bei vielen Dingen fast wichtiger, als die Erstellung. Und wie die anderen zwei Wanderwege ist der Pfad wichtig für Naherholungssuchende und Touristen, und somit ein wichtiger Baustein eines „weichen“ Standortvorteils.
Jetzt ist der Wanderweg um eine besondere Attraktion reicher. Denn als ob sie noch nicht ausgelastet seien, schwebte den Wegpaten bereits länger ein weiteres Projekt vor, das sie nun zur Umsetzung gebracht haben, die Schutzhütte „Am Stümper“. Zusammen mit ihren Mitstreitern Kurt Elmshäuser, Wolfgang Dörr-Pausch, Alexander Vaupel, Lothar Schmidt und Matthias Wagner haben die Wegpaten seit März gebaut. Zunächst haben sie nach dem Erdaushub das Betonfundament gesetzt. Dann musste das Holz bearbeitet und aufgestellt werden. Wie viele Stunden sie investiert haben? Das wüssten sie gar nicht so genau, aber allein an drei Tagen sei gestrichen worden. Als letztes erhielt das Dach noch seine Deckung mit Ziegeln und ein großer Tisch soll noch zu den Bänken kommen.
Ohne die Eigenleistung wären die Kosten sicher nicht zu stemmen gewesen. Schön war es jedoch, dass von den Materialkosten von insgesamt fast 5.000 Euro 60 Prozent - oder genau 2.442,67 Euro - im Rahmen des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum aus dem Förderangebot „Landtourismus“ zur Verbesserung der Lebensqualität ein ansehnlicher Zuschuss geflossen ist. Etwa 600 Euro für das Dach hat die Gemeinde noch zusätzlich draufgelegt. Gefördert wird auch die Anlage eines Waldlehrpfades.
In der Hütte selbst werden weitere Hinweistafeln verschiedenen Inhalts angebracht werden, so zu den Themen „Was versteckt sich in der Kulturlandschaft“, „Was gibt es im Wald zu entdecken“, „Waldtiere unserer Heimat“, Blühendes auf Feld und Wiese“, „Einheimische Singvögel“ und „Landschaftselement Streuobstwiese“. Auf Letzterer sind als Ausgleich für die durch den Bau bedingte Versiegelung des Bodens vier weitere Apfelbäume angepflanzt worden. Ortsvorsteherin Hildegard Otto betont, dass die NABU Jugendgruppe Reddehausen rund um die Streuobstwiese Nistkästen errichtet hat und die jährliche Vogelstimmenwanderung des NABU an der Hütte am Stümper vorbeiführt. Die Tafeln in der Hütte böten dem Wanderer neben einer kleinen Ruhephase jede Menge Information über die Lebewesen und Pflanzen in der heimischen Region.
Über das Erreichte sind die Erbauer der Hütte zu Recht stolz. Und auf die einzigartige Fernsicht. Über die umliegenden Ortschaften sieht man bei gutem Wetter in die eine Richtung bis zu den höchsten Erhebungen des Kellerwaldes. Der Wüstegarten und das Hohe Lohr sind deutlich zu sehen. In die andere Richtung kann der Erholungssuchende von der Hütte über Amöneburg bis zum Vogelsberg die Blicke schweifen lassen, bevor es auf dem bestens gepflegten Wanderweg weitergeht. Und dieser werde hervorragend angenommen, berichtet Walter Zimmer. Er und seine Mitstreiter hätten einmal gezählt. Ganze Schulklassen und Wandergruppen seien unterwegs, 600 Menschen habe er in einem halben Jahr gesehen, und das seien bestimmt nicht alle.
Ihr
Volker Carle
Bürgermeister



