Inhalt:
Klimaschutz
Klimaschutzkonzept der Nordkreiskommunen
download: Klimaschutzkonzept (2 MB)
Mittelhessen ist voller Energie
Wie viel Erneuerbare Energie steckt in den Gemeinden des Landkreises Marburg-Biedenkopf? Hier erhalten Sie die Antwort!
| | Ein Rechner, entwickelt von der Universität Frankfurt anhand von Geodaten (Gefälle von Flüssen, Wind, Dachflächen). Wenn Cölbe nur 1/3 seines Potentials nutzen würde, könnte es 111% seines Stromberdarfs aus erneuerbaren Energien decken! |
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Gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Cölbe l Lahntal l Münchhausen l Wetter (Hessen)- Interkommunale Zusammenarbeit; |
ERNEUERBAR KOMM!
bietet Kommunen, Landkreisen und Regionen eine ganzheitliche Potenzialanalyse für Erneuerbare Energien.
Konkrete Berechnungen wurden für 75 Kommunen des Rhein-Main-Ballungsraumes durchgeführt. Die interaktive Oberfläche verspricht durch Elemente des game-based-learning eine hohe Motivation des Nutzers.
Seite 15 des downloadbaren Leitfadens enthält sehr konkrete Vorschläge für Maßnahmen, den jede Gemeinde durchführen kann
Charta der 100 Kommunen für den Klimaschutz
Energiekonzept für Cölbe (Teil 1)
Energiekonzept für Cölbe (Teil 2)
Umweltbundesamt
Hier können Sie Ihren persönlichen CO2-Ausstoß über ein Jahr errechnen:
uba.klima-aktiv.de
Durch klicken auf das Logo Klimax gelangen Sie zu einer Internetseite des Klimax-Projektes der Nordkreiskommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Delegation aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf informiert sich im Burgenland über eine wahr gewordene Energie-Vision:
Energiepioniere versorgen eine 4.000-Einwohner-Stadt in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen
Marburg-Biedenkopf – Die Energiewende, also die hundertprozentige Versorgung mit Energie aus erneuerbaren Quellen, ist offenbar machbar. Davon konnte sich jetzt eine Delegation aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf während eines Informationsbesuches im österreichischen Güssing überzeugen. "Hier ist eine Vision wahr geworden und die Stadt Güssing erzeugt mittlerweile mehr Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, als sie selbst verbraucht", stellte Landrat Robert Fischbach anerkennend fest. Landrat Robert Fischbach, der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, Vertreter des Kreistages und Arbeitskreises "RegioEnergie", sowie des Gasversorgungs-Zweckverbandes und die Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg (Amöneburg), Markus Schäfer (Bad Endbach), Volker Carle (Cölbe), Manfred Apell (Lahntal), Peter Pfingst (Steffenberg), Peter Hartmann (Wohratal) und Kai-Uwe Spanka (Wetter) informierten sich im südlichen Burgenland. In der Stadt Güssing, wo auch das Europäische Zentrum für erneuerbare Energie angesiedelt ist, sowie in Graz erfuhr die die Gruppe einen Tag lang aus erster Hand Chancen und Möglichkeiten, erneuerbare Energiequellen nachhaltig zu erschließen. "Güssing ist in Sachen Energie fast so etwas wie das gallische Dorf bei Asterix. In dieser strukturschwachen Region Österreichs, unmittelbar an der Grenze zu Ungarn, wurde zu Beginn der 1990-er Jahre ein Konzept zur unabhängigen und nachhaltigen Energiegewinnung entwickelt", berichtete Landrat Robert Fischbach. Bei diesem Konzept sei es aber nicht geblieben. "Die Menschen in Güssing haben sich auf den Weg gemacht und dieses Konzept umgesetzt. Mehr noch: Sie haben es weiter entwickelt", erklärte der Landrat. Dr. Karsten McGovern ergänzte, dass das Beispiel Güssing Mut mache: "Es zeigt, dass ein solches Ziel durchaus realistisch ist und bestärkt den Landkreis darin, sein 100-Prozent-Ziel zu erreichen." Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat sich mit breiter politischer Unterstützung das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 vollständig unabhängig von fossilen und nuklearen Energieträgern zu sein und alle im Landkreis benötigte Energie auch vor Ort zu produzieren. Niedrige Energiepreise machen Ort als Wirtschaftsstandort interessant Manfred Apell, Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, wünscht sich "viele kleine Güssings im Landkreis", um das gesteckte Ziel zu erreichen. "Dieses österreichische Modell lässt sich sicher nicht Eins zu Eins auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf übertragen. Sinnvolle Ideen und Denkanstöße konnten wir aber mitnehmen", sagte Apell am Ende der Reise. Er war sich mit den anderen Teilnehmern der Exkursion einig: Das Modell Güssing könnte Schule machen. Die erfolgte Energiewende im Burgenland dient aber nicht nur dem Klimaschutz. Es konnten durch sie auch Arbeitsplätze in der Region geschaffen und der Abfluss von Kaufkraft durch Energieimporte gebremst werden. "Wir haben hier in den vergangenen Jahren auf der Basis erneuerbarer Energieträger mehr Strom und Wärme hergestellt, als wir selbst verbrauchen. Dadurch konnte eine regionale Wertschöpfung von jährlich rund 13 Millionen Euro erreicht werden", berichtete Bernhard Deutsch, Bürgermeister des Ortes Strem, der ebenfalls zur Region Güssing gehört. Heute könne sich die Stadt aussuchen, welcher Gewerbebetrieb sich dort ansiedelt. Der Grund: Niedrige Energiepreise machen Güssing als Wirtschaftsstandort interessant. Rund 50 Firmen haben sich mittlerweile in Güssing angesiedelt und dabei mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen. Kernstück der Energiewende in Güssing ist ein Biomassekraftwerk. Hier werden Holzhackschnitzel bei 850 Grad Celsius unter Zuführung vom Dampf vergast. Durch die Verwendung von Wasserdampf an Stelle von Luft entsteht ein stickstofffreies und teerarmes Gas mit hohem Heizwert. Daraus wiederum werden Strom und Wärme gewonnen. Ein Fernwärmenetz leitet die gewonnene Wärme in die angeschlossenen Gebäude. Der Energieträger Holz kommt aus den umliegenden Wäldern. Das Kraftwerk beinhaltet auch eine Versuchsanlage, in der aus dem Gas ein dieselähnlicher Biokraftstoff erzeugt wird. Selbst die Wärme, die beim Betrieb der Generatoren zur Stromgewinnung entsteht, wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Ergänzt wird dieses Kraftwerk durch Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen sowie durch den Einsatz von Biogas. Ebenfalls umgesetzt wurden konsequente Energiesparmaßnahmen. Durch die energetische Optimierung konnte der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. In der Stadt Graz hingegen wird verstärkt die Kraft der Sonne genutzt. Die dabei mit dem Prinzip der Solarthermie gewonnene Wärme wird ebenfalls in ein Fernwärmenetz geleitet und dient so der Unterstützung von Heiz- und Warmwassersystemen. In Graz besichtigte die Gruppe aus dem Landkreis eine Freiflächen-Solaranlage. Auf fast 4.000 Quadratmetern Oberfläche wird dort Wärme erzeugt. "Es klingt kurios: Aber in Graz wird die Kraft der Sonne auch zum Kühlen genutzt", erklärte der Landrat. Über ein Wärmeaustauscherverfahren können im Sommer Klimaanlagenbetrieben werden.
Landrat Robert Fischbach stellte fest, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf auf einem guten Weg sei: "Auch bei uns wird immer mehr Energie aus nachwachsenden Quellen gewonnen. Der Mix aus verschiedenen Methoden - darunter die Nutzung von Sonne und Biomasse - ist der Schlüssel zum Erfolg." Das Gesehene sei eine Ermutigung, so dass sich vor Ort jetzt weitere Nachahmer finden könnten, die selber Projekte planen und umsetzen möchten.
Solarfamilie aus Cölbe ist Botschafter Hessens
Solar macht mobil! Solarfamilie aus Cölbe fährt als
Botschafter Hessens zur Auftaktveranstaltung von
Deutschlands größter Solarkampagne nach Berlin
Die Solarfamilie Schulze aus Cölbe wurde vom BSW (Bundesverband für Solarwirtschaft) ausgewählt, um als Botschafter Hessens zum Auftaktevent von Deutschlands größter Solarkampagne „Woche der Sonne“ nach Berlin zu fahren.
Bereits im Jahr 1998 haben die Schulzes eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage auf ihrem Dach installiert. Im Jahr 2003 kam eine Solaranlage zur Wärmeerzeugung hinzu. Beide Solaranlagen stammen von dem Solarspezialisten Wagner & Co Solartechnik GmbH aus Cölbe, wo Hans Schulze seit 1990 im Technischen Innendienst beschäftigt ist.
Als Besitzer einer Solaranlage konnte Familie Schulze sich nun beim BSW bewerben, um als Solar-Botschafterfamilie nach Berlin zu reisen. Clara Marie und Johanna haben Ihre Eltern dabei unterstützt zund Ihre eigene Bewerbung abgegeben. Hans Schulze: „Natürlich bin ich von der Nutzung der Sonne überzeugt und stolz darauf, dass Bewusstsein für Ökologie meinen Kindern mit auf den Weg zu geben! Gerade für unsere Kinder sollten wir in eine sichere und umweltbewusste Energieversorgung investieren.“
Aus ganz Deutschland haben sich Familien für dieses Event beworben, und aus allen Bundesländern wurde je eine Familie per Losverfahren ausgewählt. Als Botschafter ihres Bundeslandes nehmen die Solarfamilien nun aktiv an der „Woche der Sonne“ teil, und das bereits bevor sie nach Berlin reisen. Jede Solarfamilie hat einen 2 mal 2 Meter großer Häuserrahmen erhalten, den sie selbst zusammen baut und, wenn möglich, in ihrem Garten aufstellt. Bei Familie Schulze aus Cölbe steht der von Familienvater Hans Schulze mit wenigen Handgriffen aufgebaute Häuserrahmen nun im Garten. Der Häuserrahmen symbolisiert das Solarhaus der Familie, und mit ihm wird auf das Event aufmerksam gemacht. Nächste Woche reisen die 16 Solarfamilien aus den einzelnen Bundesländern dann mit ihren Häuserrahmen in die Hauptstadt, wo am 30. April 2010 die Auftaktveranstaltung zur Woche der Sonne stattfindet. An einem zentralen Ort in Berlin werden die Häuserrahmen zu einem Haus zusammengesetzt, anschließend wird das Haus symbolisch an den Stromkreislauf angeschlossen und damit der Startschuss zu Deutschlands größter Solarkampagne gegeben. Hans Schulze reist mit seiner Frau und seinen beiden 10 und 12 Jahre alten Töchtern als „Hans im Glück“ nach Berlin, denn die Firma Wagner & Co übernimmt, für den Fall, dass eine Solarfamilie von Wagner & Co ausgewählt wurde, für diese Familie die Übernachtungskosten für 2 zusätzliche Nächte in Berlin. In den Genuss dieses doppelten Glücks kommt nun Familie Schulze.
Die „Woche der Sonne“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Unendlich. Einfach. Solar.“ und findet vom 1. bis 9. Mai 2010 unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum vierten Mal in ganz Deutschland statt. Deutschlands größte Solarkampagne wird vom BSW - Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSWSolar) organisiert und informiert jedes Jahr im Mai bundesweit die Bürger vor Ort mit Aktivitäten und Veranstaltungen über Solarenergie. Bei Solarfesten, Tagen der offenen Tür, Solar-Radtouren und vielen weiteren Veranstaltungen können Interessierte sich über die faszinierende Strom- und Wärmequelle Sonne sowie die Möglichkeiten der privaten Nutzung der Sonnenenergie und die Chancen einer regionalen Energieversorgung informieren. Im letzten Jahr haben über 400.000 Menschen die mehr als 5.000 Veranstaltungen besucht.
Wer die Sonne als Energiequelle nutzt, kann dauerhaft Strom- und Heizkosten sparen – und tut gleichzeitig etwas für den Klimaschutz. Die meisten herkömmlichen Energiereserven reichen nur noch wenige Jahrzehnte und werden stetig teurer. Die Energiemenge, die jährlich von der Sonne produziert wird, beträgt etwa das 2.850-fache des weltweiten Bedarfs. Unbegrenzt, kostenlos und umweltfreundlich.
Wer sich informieren möchte, welche regionalen Veranstaltungen zur Woche der Sonne rund um Marburg geplant sind, kann dies entweder unter www.woche-der-sonne.de oder unter www.wagner-solar.com tun.



