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Die Fleckenbühler sind gerettet. Vorerst. Das Land sagte am Donnerstag eine Unterstützung von rund 650.000 Euro zu. Sie soll bis bis Ende kommenden Jahres laufen.

Artikel aus der OP vom 14.09.2018

Schönstadt. Nachdem durch ein Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg Unsicherheit bezüglich der Finanzierung der Selbsthilfeeinrichtung der Fleckenbühler aus Schönstadt entstanden ist, springt das Land ein und unterstützt die Einrichtung mit rund 650.000 Euro bis Ende kommenden Jahres. Darüber informierte am Donnerstag das hessische Ministerium für Soziales und Finanzen.

„Durch eine Landesförderung können wir der Einrichtung zunächst Sicherheit geben. Der Landeswohlfahrtsverband, der Landkreis und die Einrichtung müssen jetzt an einer Lösung arbeiten", sagte Sozialminister Stefan Grüttner. Die Landesregierung werde diesen Prozess begleiten, "damit ein tragfähiges Finanzierungskonzept bis Ende 2019 erarbeitet werden kann". Das Konzept müsse dem Gedanken der Selbsthilfe Rechnung tragen.

„Die Einrichtung in Fleckenbühl hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie stellt eine unverzichtbare Ergänzung zu anderen hessischen Hilfsangeboten dar, weil eine Aufnahme rund um die Uhr ohne Vorbedingungen und ohne Kostenübernahmezusage gewährleistet wird", hob Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) hervor und betonte, dass die Fleckenbühler auf 33 Jahre Erfahrung bei der Bewältigung von Drogen- und Alkoholabhängigkeit verfügten.

Suche nach dauerhafter Lösung

Die Aufenthaltsdauer bei den Fleckenbühlern ist nicht begrenzt, da sie sich nicht nur als Sucht-Selbsthilfeorganisation, sondern auch als konsequent nüchtern lebende Gemeinschaft verstehen.

Grüttner und Schäfer informierten am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden in einem kurzfristig anberaumten Gespräch die Vertreter der Fleckenbühler, Landrätin Kirsten Fründt, den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow sowie die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes, Susanne Selbert, über die Unterstützung des Landes.

"Es ist gut, dass wir hier über eine Landesförderung schnell Sicherheit schaffen können für eine wichtige Einrichtung, die unverschuldet in Not geraten ist", sagte Grüttner. Kreis, Landeswohlfahrtsverband und Fleckenbühler seien nun aufgefordert, eine "dauerhaft tragfähige Lösung" zu finden, "damit die Arbeit auch ab 2020 gesichert weitergehen kann", teilte Schäfer mit.

In einer Pressemitteilung kommentierte Angela Dorn, Grünen-Landtagsabgeordnete aus Marburg, die Entwicklung. "Es freut mich, dass die Anstrengungen zur Rettung des Hofes Fleckenbühl erfolgreich waren und die wertvolle Arbeit weitergeführt werden kann." Seit 1984 leiste die therapeutische Selbsthilfegemeinschaft auf Hof Fleckenbühl wichtige Arbeit in der Behandlung von Suchterkrankten.

Auf dem Hof in Schönstadt leben und arbeiten aktuell rund 120 Erwachsene und ein Dutzend Kinder, die mehr als 250 Hektar Landfläche biologisch-dynamisch bewirtschaften.

Zum Hintergrund des Finanzproblems: In Berlin-Brandenburg wurde entschieden, dass Bewohner einer vergleichbaren Einrichtung keinen Anspruch mehr auf SGBII Bezüge haben. Eine Herausforderung ist hierbei, dass die wenigsten Bewohner aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf kommen. Mögliche Bezüge aus dem SGBXII sind nur sehr schwer oder über den Klageweg geltend zu machen, eine Anerkennung als stationäre Einrichtung ist aufgrund des Charakters einer Selbsthilfegemeinschaft nicht gangbar.

 Beitrag der ARD vom 02.09.2018

OP vom 28.08.2018, von Dominic Heitz

Schönstadt. Berlin ist weit weg, hat aber lange Arme. Das bekommt derzeit die Selbsthilfeeinrichtung Hof Fleckenbühl zu spüren. In der Hauptstadt hatte das Landessozialgericht 2016 ein Urteil gefällt, was nun auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf Wirkung entfaltet. Es geht um die finanzielle Förderung der Bewohner des Schönstädter Hofes, um Zuständigkeiten, ­Paragraphen und viel Geld.

fleckenbühl

In Berlin betreibt die Synanon-Stiftung eine Selbsthilfeeinrichtung für Drogenabhängige, die nach dem selben Konzept wie Hof Fleckenbühl funktioniert. Abhängige können dort freiwillig einziehen, um sich gemeinsam in der Gruppe von ihrer Sucht zu lösen. Die Bewohner leben dort zur Miete und beziehen häufig individuelle Sozialleistungen, zum Beispiel Arbeitslosengeld II. Dieses Geld treten sie an die Gemeinschaft ab.

Um in der Gruppe leben zu dürfen, müssen sie sich strikten Grundsätzen unterwerfen, die ihnen dabei helfen sollen, ihre Krankheit zu überwinden: keine Drogen, kein Alkohol, kein Tabak, keine bewusstseinsverändernde Medikamente und keine Gewalt oder deren Androhung. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss gehen.

Mehr Informationen über das Leben auf dem Hof Fleckenbühl gibt dieser Beitrag der Hessenschau  von April diesen Jahres.

Gericht gibt dem Amt Recht

Genau hier setzt das Berliner Urteil an. Gestritten hatte ein Synanon-Bewohner mit dem Berliner Jobcenter. Das Amt hatte den Antrag des Mannes auf Leistungen abgelehnt, die Sache ging vor Gericht. Nach Meinung der Richter war die Ablehnung korrekt. Das Urteil führt tief ins Dickicht des deutschen Verwaltungsrechts und könnte in der Konsequenz eine Änderung der Sozialgesetze herbeiführen.

Der Synanon-Bewohner hatte Arbeitslosengeld beantragt. Das steht ihm nach Ansicht der Richter allerdings nicht zu. Vor dem Hintergrund der strengen Regeln der Selbsthilfeeinrichtung biete die Synanon-Stiftung den Bewohnern nicht einfach nur eine Unterkunft an, sondern übernehme mit umfassender Betreuung die „Gesamtverantwortung“ für deren Leben. Deshalb, so das Landessozialgericht, sei die Selbsthilfegruppe als stationäre Einrichtung zu bewerten.

Der Mann sei während seines Aufenthaltes in der Synanon-Gemeinschaft „räumlich und zeitlich so weitgehend fremdbestimmt“ gewesen, dass er für Integrationsbemühung in den Arbeitsmarkt nicht ausreichend zur Verfügung gestanden hätte. Das aber ist eine Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosengeld.

Auf Hof Fleckenbühl läuft es in vielen Fällen ähnlich. Ursprünglich entstammen die hessischen Fleckbühler dem Berliner Synanon-Projekt, sind aber seit 1995 davon abgespalten und unabhängig organisiert. Auch in Schönstadt beziehen viele Bewohner Leistungen vom hiesigen Kreisjobcenter. Wer sich für einen Drogenentzug auf dem Hof entscheidet, tritt das Geld vom Amt für Kost und Logis an die Gemeinschaft ab. Zwischen 500 000 und 600 000 Euro im Jahr kommen auf diese Weise bei der Selbsthilfegruppe an. Geld, das für den Betrieb in Schönstadt dringend erforderlich sei, wie Roland Meyer (kleines Foto) vom Trägerverein der Einrichtung sagt.

Hof Fleckenbühl regelte bislang für die Bewohner die Zahlungen mit dem Kreisjobcenter, das Geld floss vom Kreis direkt zum Hof. Bis jetzt. Denn nach Ansicht des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist diese Praxis nach dem Berliner Urteil nicht mehr rechtskonform. Ende September soll es zum letzten Mal die monatlichen Zahlungen geben. Das hat das Landratsamt den Schönstädtern kürzlich mitgeteilt. „Dann drohen wir pleite zu gehen“, sagt Meyer.

Die Tatsache, dass ein Gericht eine Selbsthilfeeinrichtung als stationäre Einrichtung ähnlich einer Suchtklinik definiert, führt dazu, dass sich Verantwortlichkeiten verschieben. Gibt es für die Fleckenbühler kein Arbeitslosengeld mehr, kommt der hessische Landeswohlfahrtsverband (LWV) als überörtlicher Träger der Sozialhilfe ins Spiel.

Doch auch hier gibt es ein Problem: Denn für den LWV ist Hof Fleckenbühl unter Umständen eben doch keine stationäre Einrichtung. In den Gesetzen ist genau definiert, wie eine solche Einrichtung auszusehen hat. Dazu gehören ein entsprechendes Konzept und ausgebildetes Personal. Die Fleckenbühler haben mittlerweile beim LWV einen Antrag auf Förderung gestellt. Der wird nach Angaben der LWV-Pressestelle derzeit geprüft. Frühesten in zwei Wochen könne man sich zu dem Sachverhalt äußern, hieß es auf OP-Nachfrage.

Verschiedene Einnahmequellen

Die Fleckenbühler in Schönstadt sitzen nun mit ihrem Konzept zwischen allen Stühlen. ­Etwa 120 Menschen leben und arbeiten dort derzeit zusammen. Nun ist das Geld aus den individuellen Ansprüchen der Bewohner gegenüber der öffentlichen Hand nicht die einzige Einnahmequelle der ­

Gemeinschaft. Sie bekommen ­viele Spenden und erwirtschaften auch mit ihrer Arbeit Einnahmen. Dennoch drohe das schnelle Aus des Projektes, wenn ab Oktober kein Geld vom Kreisjobcenter mehr kommt, sagt Roland Meyer.
Das weiß auch der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Dennoch gebe es für den Kreis unter diesen Umständen keine Möglichkeit mehr, das Modell über das Kreisjobcenter weiterlaufen zu lassen. Das Landratsamt habe schon im vergangenen Jahr das Gespräch mit den Verantwortlichen der Selbsthilfeeinrichtung gesucht, sagt er. Man wusste dort also, was droht.

Für den Landkreis bedeutet die Einstellung der Zahlungen keine finanzielle Entlastung. Zwar sei im Kreishaushalt in Budget für Hof Fleckenbühl eingestellt, so Zachow. Doch das Geld holt sich der Kreis anschließend bei der Bundesagentur für Arbeit zurück. Das Kreisjobcenter fungierte in dem Modell nur als Agent, für den Kreishaushalt ist es lediglich ein durchlaufender Posten.

Für Marian Zachow ist Hof Fleckenbühl ein „unkonventionelles Vorzeigeprojekt“. „Die Fleckenbühler haben unter Beweis gestellt, dass ihr Konzept funktioniert“, sagt er. Aber unter den gegebenen Umständen müssten sich die Fleckenbühler ein Stück weit verändern. Soll heißen: auf die Anforderungen des Landeswohlfahrtsverbandes zubewegen.

Das kann aber teuer werden. Roland Meyer vom Fleckenbühler Trägerverein fürchtet, dass man derzeit diesen Anforderungen nicht gewachsen ist. Sofern es überhaupt in der Kürze der Zeit möglich wäre, würde zudem eine konzeptionelle Umgestaltung die Kosten pro Einwohner dramatisch erhöhen. Was wiederum die öffentliche Hand zusätzlich belasten würde. Denn wenn in Schönstadt wie in einer konventionellen Einrichtung Mediziner, Therapeuten und anderes Fachpersonal arbeiten, müsste Hof ­Fleckenbühl dementsprechend ganz andere Kosten mit dem LWV abrechnen.

Derzeit, so Meyer, entstünden der Gruppe pro Einwohner Kosten in Höhe von rund 2 400 Euro im Monat. Ein Drittel dieses Betrages wird für die Suchthilfearbeit aufgewendet. Auf fast 5 000 Euro könnten diese Kosten ansteigen, wenn sich die Einrichtung gemäß den Vorgaben neu aufstellen müsste.

Hof Fleckenbühl ist einzigartig

Das Fleckenbühlsche Dilemma fuße in erster Linie auf der Einzigartigkeit des Selbsthilfe-Konzeptes, sagt Marian Zachow. Es gebe deutschlandweit nur sehr wenige solcher Gemeinschaften. Deswegen tun sich nach dem Berliner Urteil auch die föderalen Institutionen so schwer. Das Kreisjobcenter darf nicht mehr, der Landeswohlfahrtsverband darf noch nicht.

Marian Zachow regt für solche Einrichtungen wie Hof Fleckenbühl eine Gesetzesänderung an. „Der Gesetzgeber müsste den Tatbestand der Selbsthilfe einführen“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete. Soll heißen: Es müssen Anforderungen gesetzlich definiert werden, die eine Förderung zum Beispiel durch den LWV eindeutig regeln. Und zwar so, dass das Konzept erhalten werden kann und ohne dass sich die Gemeinschaft komplett in eine konventionelle Suchteinrichtung verwandeln muss.
Das mag für die mittelfristige Zukunft sinnvoll sein, aber die Fleckenbühler brauchen jetzt schnell eine Lösung. Zachow hofft, dass sich die Selbsthilfegemeinschaft und der LWV annähern. „Mit ein bisschen Fantasie können die etwas auf die Beine stellen“, sagt er. Mitte September will der Kreis wieder mit den Fleckenbühlern zusammenkommen.

 

Aus der Fleckenbühler Zeitung:

In den letzten Tagen erinnerte ich mich öfter an eine Geschichte, die mir einst ein Mitbewohner erzählte. Es geschah Anfang der 70-er Jahre auf den Fluren der damals für uns zuständigen Behörde, einem Berliner Bezirkssozialamt.

Nachdem wir mehrere Jahre vor uns hin gewirtschaftet hatten – damals noch unter dem Namen Release – haben wir, einem Rat eines kundigen Freundes folgend, uns an ebendiese Behörde gewandt, mit der Bitte, uns zu beraten, ob und wie wir für die Leute, die zu uns kamen − Süchtige und Alkoholiker − eventuell Sozialhilfe bekommen könnten. Unser Beauftragter war persönlich auf das Amt gegangen, um mit den zuständigen Menschen zu sprechen. Im ersten Büro hörte man sich seine Geschichte an und schickte ihn zu weiterer Information in den Raum 37. Dort erzählte er seine Geschichte noch mal, immer noch guten Mutes, einen brauchbaren Hinweis zu bekommen. Man verneinte die Zuständigkeit und verwies ihn wieder in ein anderes Zimmer der Behörde. Das geschah noch zweimal. Die letzte Tür, die er öffnete, weil man ihn dorthin geschickt hatte, war die Besenkammer. Man fühlt sich an den Hauptmann von Köpenick erinnert.

Warum mir die Geschichte wieder einfiel und ich sie hier erzähle? Nun, vielleicht, weil ich mich im Moment ganz ähnlich fühle, wie unser damaliger Vertreter in der Berliner Behörde.Seit 2004 erhalten unsere Bewohner auf Wunsch und Vorschlag des Kreises Marburg-Biedenkopf Grundsicherung (ALG II) nach dem zweiten Sozialgesetzbuch. Wir waren sehr zufrieden mit dieser Lösung, weil es unsere Leute besserstellte, als mit er zuvor vereinbarten abgesenkten Sozialhilfe. Hinzu kam, dass wir erstmals einen Betrag bekamen, der sich Eingliederungshilfe nannte. Das bedeutete, dass unser Aufwand in der schulischen und beruflichen Wiedereingliederung der Betroffenen berücksichtigt wurde. In den Jahren 2015 bis 2017 gab es einen Rechtsstreit im fernen Berlin zwischen Synanon und dem Berliner Jobcenter. Ergebnis: Das Sozialgericht entschied, Synanon sei eine „Einrichtung“ im Sinne des zweiten Sozialgesetzbuchs. Folge: Die Bewohner Synanons bekommen nunmehr keine Grundsicherung (ALG II) vom Jobcenter, sondern Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU, Sozialhilfe) vom Sozialamt. So weit so gut.

Wegen der Ähnlichkeit unserer beiden „Einrichtungen“ – Fleckenbühl und Synanon sind beide Selbsthilfeeinrichtungen – folgerte der Kreis, dass dies auch hier gilt. Allerdings, anders als in Berlin, verweist der Kreis unsere Hofbewohner an den überörtlichen Sozialhilfeträger, den Landeswohlfahrtsverband, der für „Einrichtungen“ zuständig ist. Der wiederum argumentiert, dass die Fleckenbühler keine „Einrichtung“ sind – jedenfalls nicht nach dem zwölften Sozialgesetzbuch – und rückverweist die Hofbewohner nun wieder an den örtlichen Sozialhilfeträger, das heißt, an das Kreissozialamt. So etwas wird im Fachjargon „negativer Kompetenzkonflikt“ genannt und sollte gerade im Sozialrecht nicht vorkommen.Nun schlägt man uns vor, damit wir doch noch irgendwie zum LWV passen, unser Konzept dahingehend zu ändern, dass wir die Bedingungen des LWV erfüllen, um von ihm doch als „Einrichtung“ anerkannt zu werden. Wir müssten – nach der Lesart des LWV – also Fachpersonal (Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, etc.) anstellen und uns einer Gesamtplankonferenz, verbunden mit entsprechender Diagnostik, Dokumentation etc. unterziehen. Zu prüfen wären auch noch bauliche Voraussetzungen und, und ... Ein bisschen „Anpassung“ könne man doch von uns erwarten.

Dass damit Fleckenbühl keine Selbsthilfe mehr wäre, sondern eine Fachklinik oder Regeleinrichtung und damit die einzigartige Form der Hilfeleistung für Süchtige, wie sie in Fleckenbühl erfolgreich seit Jahrzehnten angeboten wird, in Frage gestellt wäre, scheint nachrangig zu sein. Dabei besteht unter allen Experten Einigkeit, dass die Besonderheiten von Selbsthilfeeinrichtungen im Gesetz keinen Niederschlag gefunden haben und daher die Kreativität der Juristen gefragt ist, um auch künftig die Hofbewohner an Sozialleistungen teilhaben zu lassen. Fleckenbühl leistet den Betroffenen ein Hilfeangebot, wie es anderswo (Fachkliniken etc.) in dem Umfang nicht vorstellbar ist. Angefangen von der sofortigen unbürokratischen Aufnahme Süchtiger, deren Entgiftung und Betreuung bis zur kompletten Schul- und Berufsausbildung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft, all das wäre in Frage gestellt. Nicht zuletzt muss darauf hingewiesen werden, dass dies zu Kosten geschieht, die ebenso unvergleichbar sind. Der Unterhalt einer vergleichbaren Fachklinik – die es, wie gesagt, nicht gibt – käme die Gesellschaft mindestens um das Fünffache teurer.

Diese Diskussionen und die damit verbundenen Schwierigkeiten begleiten uns seit Anfang an. Selbsthilfegemeinschaften sind, wie erwähnt, gesetzlich nicht erfasst oder geregelt, mit der Folge, dass sie immer wieder zwischen alle Stühle fallen. Wir sind ratlos, bleibt zu hoffen, dass verantwortliche Politiker noch einen Weg finden, die Existenz Fleckenbühls auf sichere (Finanzierungs-) Füße zu stellen. Da allseits Einigkeit besteht, dass die Fleckenbühler eine unverzichtbare Arbeit im Suchtbereich leisten, müsste das doch eigentlich zu schaffen sein.

RONALD MEYER

JULI 2018

von Dominic Heitz

Die Fleckenbühler sind eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft für suchtkranke Menschen. Die Bewohner werden bei ihrem Weg aus der Sucht begleitet und schaffen sich durch die Arbeit in angegliederten Betrieben berufliche Perspektiven.

www.diefleckenbuehler.de

Hofladen
Fleckenbühl 6
35091 Cölbe-Schönstadt (direkt an der B3 gelegen)
Tel. 06427 / 9221 - 124
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten:

Mai bis September:

Mo-Fr von 9 – 18 Uhr
Sa von 8 – 17 Uhr
Sonn- und Feiertag von 11 – 17 Uhr

Oktober bis April:

Mo-Fr von 9 – 18 Uhr
Sa von 8 – 14 Uhr
Sonn- und Feiertag geschlossen

Mittagessen gibt es an Öffnungstagen von 12:00 – 14:00 Uhr

Im Hofladen finden Sie stets frische Fleckenbühler Landprodukte aus biologisch-dynamischem Anbau direkt vom Erzeuger.

Darüber hinaus wird ein Einkauf auf Hof Fleckenbühl für die ganze Familie zum Erlebnis. Mit Ihren Kindern können Sie einen Hofrundgang machen. Sie können die Ziegen im Klettergehege besuchen und die Kühe im neuen Freilaufstall anschauen.

Idyllisch gelegen ist das kleine Café direkt vor dem Hofladen. Hier aus können Sie bei Kaffee und Kuchen den ganzen Hof sowie sein buntes Treiben beobachten.

Einfach kurz vorher anrufen und sich anmelden.

 

Ostermarkt
18. März 2018
11:00-18:00 Uhr
Hof Fleckenbühl

Demeter Hoffest
3. Juni 2018
11:00-18:00 Uhr
Hof Fleckenbühl

Weihnachtsmarkt
25. November 2018
11:00-18:00 Uhr
Hof Fleckenbühl

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